Mit Schmerzen umgehen lernen

Sie leiden unter Rückenschmerzen? Vielleicht tröstet es Sie ein wenig, dass Ihr Schmerz ein unentbehrliches Warnsignal ist. Er informiert Sie darüber, wo in Ihrem Körper etwas nicht in Ordnung ist. Stellen Sie sich nur einmal vor, es gäbe keinen Schmerz. Dann blieben Verletzungen und Krankheiten unentdeckt und würden wahrscheinlich so lange ignoriert, bis jede Hilfe zu spät käme. Ärzte sprechen deshalb auch gerne vom "Gesundheitswächter".

Dieser Wächter lässt sich beeinflussen, in erster Linie natürlich mit einer heilenden Behandlung, sei es durch einen Arzt oder in Eigenregie. Doch auch die innere Einstellung spielt eine große Rolle.

Erkennen Sie Ihr Familienerbe in punkto Schmerz.

In jeder Familie gibt es eine typische "Schmerz-Erziehung". Wie war das früher bei Ihnen? Wurden Sie eher nach dem Modell "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" erzogen? Oder gab es besonders liebevolle Aufmerksamkeit für erkrankte Familienmitglieder? Das prägt unbewusst Ihre Haltung zum Schmerz und bestimmt, welche Wichtigkeit Sie ihm beimessen. Schlagen Sie gegebenenfalls Ihr Familienerbe aus und polen Sie sich um. Mit dieser Variante haben Sie es nämlich leichter: Je weniger Sie den Schmerz beachten, desto besser geht es Ihnen.

Nehmen Sie den Schmerz nicht persönlich.

Wer sich vor Rückenschmerzen nicht rühren kann, fragt sich oft wütend: "Warum muss das ausgerechnet mir passieren?". Das ist die falsche Frage. Schmerz ist generell eine Lebenserfahrung, die keinem Menschen erspart bleibt. Indem Sie mit Ihrem Schmerz hadern, verstärken Sie ihn nur. Wut und Jammern lösen körperliche Reaktionen aus und verursachen noch stärkere Verspannungen. Bemühen Sie sich bewusst, gelassen zu bleiben. Sagen Sie sich: "Es ist, wie es ist". Was natürlich nicht ausschließt, dass Sie alles tun, was zur Heilung nötig ist.

Lenken Sie sich ab.

Das Gesetz der Wahrnehmung besagt: Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, das vergrößert sich. Wenn Sie sich zum Beispiel auf die negativen Seiten einer Person konzentrieren, wird sie Ihnen zunehmend unsympathisch. Den Umkehrschluss des Gesetzes können Sie für Ihr Schmerzempfinden nutzen: Sobald Sie Ihre Aufmerksamkeit abziehen, wird es geringer. Dabei funktioniert alles, was Ihren Geist fesselt. Wählen Sie nach Belieben: einen spannenden Krimi oder einen fesselnden Roman, die Sportschau, Schach, ein Puzzle, die Steuererklärung. Falls der Schmerz nicht allzu heftig ist, können Sie ihn dabei sogar glatt vergessen.

Bleiben Sie aktiv.

Besonders chronische Schmerzen führen dazu, dass man sich zurückzieht. Man möchte niemanden sehen, nichts unternehmen. Das ist zwar verständlich, aber nicht hilfreich. Auf diese Weise geben Sie dem Schmerz immer mehr Raum. Nutzen Sie stattdessen die heilende Kraft von Freunden und Kontakten. Was haben Sie gerne getan, bevor der Schmerz Ihren Tag bestimmte? Welche Hobbys haben Sie aufgegeben, welche Beziehungen vernachlässigt? Nehmen Sie das wieder auf – und sei es auch in Maßen. Sie werden sehen, wie gut es Ihnen tut, wieder am Leben teilzunehmen.

Sind Schmerzen zu stark und chronisch besteht die Möglichkeit einer Schmerztherapie. Erfahren Sie mehr dazu!

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