Rückenbeschwerden vorbeugen – verschiedene Haltungstypen

„Ein schöner Rücken kann entzücken“ sagt der Volksmund. Die Frage nach der „schönen“ oder gesunden Rückenhaltung ist aber eine sehr komplexe Angelegenheit und von zahlreichen Faktoren abhängig. Ganz allgemein ist die Haltung das Gesamtbild eines frei und aufrechtstehenden Menschen. Sie ist abhängig von den passiven und aktiven Haltevorrichtungen. Was ist darunter zu verstehen? Bänder, Muskeln und Knochen bilden dabei den passiven Teil mit stützender und stabilisierender Funktion. Alter, Kräftevorrat und auch die psychische Verfassung stellen dagegen den aktiven Bestandteil dar. All diese Faktoren fließen in die individuelle Haltung ein.

Welcher Haltungstyp sind Sie?

Bereits leichte Fehlstellungen der Wirbelsäule können Rückenbeschwerden auslösen. Entsprechend wichtig ist es, dass Sie Ihre eigene Körperhaltung überprüfen, um eventuellen Folgeerkrankungen (z.B. chronische Rücken- und Nackenschmerzen, Erschöpfung, Müdigkeit) vorzubeugen. Generell lassen sich vier Haltungstypen unterscheiden:

  • Normale Rumpfhaltung: die Rückenform ist harmonisch
  • Rundrücken: die Brustwirbelsäule ist zu stark nach hinten gekrümmt
  • Hohlkreuz: die Lendenwirbelsäule ist übermäßig nach vorne gekrümmt, das Becken kippt nach vorne
  • Flachrücken: die natürliche S-Form der Wirbelsäule fehlt, sie verläuft geradlinig

Sie können selbst kontrollieren, ob bei Ihnen eine normale Rückenform vorliegt. Dazu brauchen Sie eine Wand und einen Standspiegel. Als Erstes überprüfen Sie ihre natürliche Standposition wie folgt: Wenn Sie sich seitlich vor den Spiegel stellen, sollten sich Ohren, Schultern und Hüfte auf einer vertikalen Linie befinden. Sollte bei Ihnen eine leichte Abweichung feststellbar sein, bringen Sie Ihre Wirbelsäule mit der folgenden kleinen Übung in die richtige Position.

Haltungstypen: Verschiedene Figuren mit unterschiedlicher Haltung

Die richtige Stellung der Wirbelsäule – der Wand-Test

Stellen Sie sich so gegen eine Wand, dass Kopf, Schulterblätter und Po die Wand berühren und positionieren Sie Ihre Fersen etwa 5-10 cm davon entfernt. Fassen Sie nun mit einer Hand in die leichte Wölbung am Unterrücken, sodass die Handfläche die Wand berührt. Im Idealfall ist noch etwa eine Handbreit Platz zwischen Ihrem Rücken und der Wand. Wenn zu viel Platz ist, spannen Sie Ihre Bauchmuskulatur an, um die Rückenkurve abzuschwächen. Wenn zu wenig Platz ist, strecken Sie Ihren Rücken soweit durch, bis die Hand bequem hinter Ihrem Rücken Platz findet. Versuchen Sie anschließend, die so gefundene Position zu halten und in Ihren Alltag zu integrieren. Zur Selbstkontrolle empfiehlt es sich, diese Übung in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Dies hat den zusätzlichen Vorteil, dass Sie sich schneller an die richtige Körperhaltung gewöhnen.

Die Halteleistung der Muskeln – der Vorhalte-Test

Auch eine mangelnde oder falsch belastete Rückenmuskulatur kann Ursache für eine Fehlhaltung sein. Um herauszufinden, ob Ihre Rückenmuskulatur Ihre Haltung ausreichend unterstützt, stellen Sie sich zunächst möglichst gerade hin, die Beine etwa schulterbreit auseinander. Das Körpergewicht sollte möglichst gleichmäßig auf die Fußballen verteilt sein. Anschließend strecken Sie die Arme auf Schulterhöhe horizontal nach vorne, die Handflächen zeigen nach unten. Wenn Sie in dieser Stellung etwa 30 Sekunden lang verharren können, spricht dies für eine gesunde Rückenmuskulatur. Sollten Sie die Position nicht so lange oder gar nicht einnehmen können, empfiehlt es sich dringend, durch gezielte Bewegung und geeigneten Sport die Rückenmuskulatur zu stärken.

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