Welcher Arzt bei Rückenschmerzen ist der Richtige?

Viele Betroffene kennen das Problem: Man sucht dringend Hilfe für seine Rückenschmerzen. Welcher Arzt jedoch der richtige Ansprechpartner ist und ob man überhaupt zum Spezialisten gehen muss, ist vielen Patienten unklar. Die meisten Patienten suchen daher zunächst ihren Hausarzt auf.

Muss man bei Rückenschmerzen überhaupt zum Arzt?

Ob man mit Rückenschmerzen überhaupt zum Arzt muss und welcher Arzt der richtige Ansprechpartner ist, hängt von der konkreten Situation und dem Ausmaß der Schmerzen ab. In den meisten Fällen werden Rückenschmerzen durch Verspannungen der Muskeln verursacht. Die dadurch hervorgerufenen Schmerzen verschwinden in der Regel nach wenigen Tagen von selbst. Schmerztabletten zum Einnehmen oder schmerzstillende Salben können die Beschwerden meist lindern. Behandlungen mit Wärme, gezielte Massagen oder Entspannungsübungen sind bei verspannten Rückenmuskeln ebenfalls sinnvoll. Auch spezielle Übungen zur Stärkung der Rücken- und Rumpfmuskulatur eignen sich, um Rückenschmerzen eigenständig zu behandeln und ihnen vor allem vorzubeugen.

Rückenschmerzen können aber auch von einem Hexenschuss, einem Bandscheibenvorfall oder einem Unfall stammen. Dann sollten ein Allgemeinmediziner, ein Facharzt oder sogar ein Krankenhaus aufgesucht werden. Allgemein gilt: Halten starke Rückenschmerzen länger als drei Tage an, ist ein Arztbesuch sinnvoll, um schwerwiegende Ursachen auszuschließen. Darüber hinaus sollten Sie sich von einem Mediziner untersuchen lassen, wenn

  • eine Verletzung vorliegt.
  • vor kurzem ein Unfall stattgefunden hat.
  • das Atmen schwer fällt.
  • Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen und wacklige Beine auftreten.
  • es zu Lähmungserscheinungen oder Inkontinenz kommt.
  • die Schmerzen in Arme und Beine ausstrahlen.
  • das Allgemeinbefinden schlecht ist, Fieber und Gewichtsverlust auftreten.
  • über einen längeren Zeitraum Kortison eingenommen wurde.

Bei Rückenschmerzen zunächst zum Hausarzt?

Um abzuklären, ob Rückenschmerzen auf die üblichen Muskelverspannungen oder doch auf Nervenschädigungen, einen Knochenverschleiß oder systemische Erkrankungen wie Rheuma zurückzuführen sind, muss eine genaue Untersuchung erfolgen. Welcher Arzt bei Rückenschmerzen der Richtige ist, hängt stark von der jeweiligen Situation ab. Die Diagnose fällt gerade bei unspezifischen Rückenschmerzen auch Fachärzten oft nicht leicht.

Vor allem nach einem akuten, schwerwiegenden Unfall sollte ein Patient mit Rückenproblemen selbstverständlich umgehend in ein Krankenhaus gebracht werden, um schwere Verletzungen beispielsweise des Rückenmarks auszuschließen. Im Krankenhaus stehen hierfür alle wichtigen Untersuchungsgeräte zur Verfügung.

Sind die Rückenschmerzen weniger dringlich, besteht jedoch der Verdacht auf Knochenverschleiß, auf Bandscheibenvorfall oder auf einen akuten, sehr schmerzhaften Hexenschuss, ist zunächst Ihr Hausarzt der richtige Ansprechpartner. Er kann in den meisten Fällen eine erste Diagnose stellen und oftmals schon eine geeignete Behandlung einleiten. Trifft dies nicht zu, schlägt Ihnen der Hausarzt vor, welcher Facharzt weitere, spezifischere Untersuchungen oder Behandlungen am besten durchführen kann. Er wird Ihnen in diesem Fall eine Überweisung an den Spezialisten ausstellen.

Welcher Arzt ist bei Rückenschmerzen der richtige Ansprechpartner?

Stellt der Hausarzt nicht schon selbst die Ursache der Rückenprobleme fest, wird er Ihnen bei der weiteren Arztwahl helfen. So können weitere Untersuchungen bei einem Orthopäden, Rheumatologen oder Neurologen erforderlich sein, um Ihnen eine wirksame Behandlung zu ermöglichen. Darüber hinaus kann er Ihnen auch Behandlungen beim Physiotherapeuten, Chiropraktiker oder Osteopathen empfehlen.

Rückenschmerzen können durch Autoimmunerkrankungen wie Rheuma ausgelöst werden. Hierbei tritt ein entzündlicher Rückenschmerz auf, der sich vor allem durch morgendliche Schmerzen im unteren Rücken äußert. In diesem Fall sollte ein Rheumatologe aufgesucht werden, der die geeignete Therapie einleiten kann.

Ist dagegen das Nervensystem des Patienten beeinträchtigt, beispielsweise durch Nervenschädigungen des Rückenmarks, ist ein Neurologe der passende Ansprechpartner. Bei Nervenschädigungen kann eine Vielzahl an unterschiedlichen Symptomen auftreten. Typisch sind aber vor allem anhaltende, brennende oder plötzliche, stechende Schmerzen.

Ein Orthopäde ist auf die Behandlung von Rückenschmerzen spezialisiert, die vor allem von Problemen der Knochen und Muskeln, also des Bewegungsapparates ausgehen. Fehlhaltungen der Wirbelsäule oder der Hüfte, unterschiedlich lange Beine oder Gehfehler können durch einen Orthopäden festgestellt und behandelt werden.

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