Rückenschmerzen durch seelische Probleme - Welches Gefühl liegt in Ihrem Rücken?

Drückend, stechend oder ziehend. Rückenschmerzen erlebt jeder anders, die Schmerzstärke ebenso. Die Ursachen dafür müssen nicht direkt im Rücken liegen. Immer mehr Menschen leiden unter psychosomatisch bedingten Rückenschmerzen. Negative Gefühle und seelische Probleme haben sowohl Einfluss auf die Schmerzentstehung als auch auf das Schmerzempfinden. Was heißt das und wie können Sie diese Rückenschmerzen vermeiden?

“Yellow Flags“ - psychische Risikofaktoren für chronische Schmerzen

Bild eines Rückens: Faktoren, die einem im Rücken liegen können

Selbst wenn es komisch klingt: Schmerzen sind realistisch betrachtet etwas Positives, denn sie haben die Aufgabe, uns vor körperlichem Schaden zu bewahren. Der Körper meldet durch Schmerzen, dass etwas nicht stimmt. Im Fall von Rückenschmerzen können das beispielsweise Erkrankungen der Wirbelsäule sein. Allerdings lässt sich der ursprüngliche Auslöser für den Schmerz oft nicht oder nicht mehr eindeutig bestimmen. Dann entsteht der Schmerz durch andere Faktoren, die eng mit dem seelischen Befinden und Problemen verknüpft sein können. Risikofaktoren, die den Verlauf der Rückenschmerzen beeinflussen und für chronische Schmerzen verantwortlich sind, werden als „Yellow Flags“ bezeichnet. Neben traumatischen Erfahrungen sind viel häufiger aktuelle seelische Probleme, die jeder mit sich herumträgt, die Ursache. Doppel- oder Dreifachbelastung in Familie und Beruf führen zu Stress und fordern ihren Tribut. Finanzielle Sorgen können einem auf der Seele und dem Rücken lasten, Ärger mit dem Vermieter oder Nachbarn kosten endlos Nerven. Die Liste der Faktoren, die einen belasten und zu Stress bis hin zu seelischen Rückenschmerzen führen können, ist lang. Häufige Auslöser, welche zu seelischen Problemen führen und die Schmerzentstehung fördern, sind:

Herausfinden, ob seelische Probleme den Rücken belasten

Sollten Sie bereits länger an Rückenschmerzen leiden und Ihr Arzt konnte keine körperliche Ursache feststellen, hören Sie genauer in sich hinein. Stecken seelische Probleme dahinter?

  • Sind Sie unzufrieden mit sich selbst, Ihrer Arbeit?
  • Vermeiden Sie Bewegung und körperliche Arbeit, weil Sie weitere Schmerzen befürchten?
  • Vernachlässigen Sie in letzter Zeit soziale Kontakte, Freunde und Familie?
  • Fixieren Sie sich vorwiegend auf die Rückenschmerzen und legen deshalb ein Schon- und Vermeidungsverhalten an den Tag?
  • Wechseln Sie häufig den Arzt, weil Sie das Vertrauen verloren haben oder hoffen, dass doch noch eine Ursache gefunden wird und Ihre Rückenschmerzen leicht zu behandeln sind?

Je mehr Fragen Sie mit „ja“ beantworten können, desto anfälliger sind Sie für langanhaltende Rückenschmerzen. Die Muskulatur ist dauerhaft angespannt, ermüdet schnell und verhärtet. Verspannungen und Schmerzen folgen. Lösen sich die seelischen Probleme nicht und überwiegen Gefühle wie Angst, Kummer, Mutlosigkeit oder auch das Gefühl durchhalten zu müssen, beginnt ein Teufelskreis aus Schmerz, weniger Aktivität, Muskelverspannungen, Frustration und neuen Rückenschmerzen. Tipp: Damit sich der Schmerz nicht verselbstständigt, ist es wichtig, die seelischen Probleme frühzeitig anzugehen. Erfahren Sie, worauf es bei der Behandlung von psychosomatischen Rückenschmerzen ankommt. Sie leiden an chronischen Rückenschmerzen? Lesen Sie, wie Wärme- oder Kälteanwendungen Linderung verschaffen und was bei chronischen Rückenschmerzen hilft.