Was haben Konflikte mit Rückenschmerzen zu tun?

Viele Faktoren können Rückenschmerzen auslösen oder dafür sorgen, dass sie fortlaufend bestehen bleiben. Zu viel Stress ist Gift für den Rücken. Konflikte, die nicht gelöst werden, belasten nicht nur das tägliche Miteinander mit anderen, sondern schlagen sich auch auf den Körper nieder (siehe auch: Auswirkungen von Stress auf den Körper). Nicht selten entstehen Rückenschmerzen.

Pärchen bei einem Konflikt

Was wäre das Leben ohne Konflikte?

Konflikte gehören im täglichen Leben zum Alltag. Ob in der Partnerschaft, Freundschaft, Familie, unter Arbeitskollegen oder zwischen völlig fremden Menschen – dort, wo mindestens zwei Menschen aufeinandertreffen, gibt es Potential für Konflikte. Es ist auch möglich, mit sich selbst in Konflikt zu stehen. Das macht das Ganze noch komplizierter, als es ohnehin schon ist. Konflikte zehren nicht nur an unseren Kräften, sie können auch Beziehungen zerstören oder sich auf den eigenen Körper niederschlagen. Je länger die Konflikte bestehen, vor allem verdeckte, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass körperliche Beschwerden wie beispielsweise Rückenschmerzen entstehen.

Welche Konflikte gibt es und wie entstehen sie?

Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen und Formen von Konflikten. Die Liste ist lang und die Einteilungen basieren auf verschiedenen Erklärungsmodellen und -ansätzen. Zur Veranschaulichung sind hier fünf wichtige Konflikte genannt:

  • Zielkonflikt: Meinungsverschiedenheiten in einer bestimmen Sache, die beispielsweise zusammen durchgeführt werden soll
  • Beurteilungskonflikt: Ziele oder Vorgehensweisen werden unterschiedlich beurteilt
  • Verteilungskonflikt: Gegensätzliche Ansichten, zur verfügbaren Zeit, zu Geld, zum Zugang von Informationen, zu beteiligten Personen
  • Beziehungskonflikt: Störungen auf mitmenschlicher Basis durch mangelnde Kommunikation, Antipathie, vorausgegangene Konflikte oder Abneigung gegen gewisse Gewohnheiten einer Person
  • Wertekonflikt: Keine Übereinstimmung prinzipieller Normen und Werte, Überzeugungen und Glaubenssätze gehen weit auseinander

Der richtige Umgang mit Konflikten – nichts in sich hineinfressen

Egal aus welchem Grund ein Konflikt entsteht, ob dieser verdeckt (scheinbar ist alles in Ordnung, Unbeteiligte spüren oft, dass „dicke Luft“ herrscht) oder offen ausgetragen wird - jeder geht mit Konflikten anders um. Die beste Option ist, möglichst früh einen Konflikt anzusprechen und eine Lösung zu suchen. Wer dagegen Konflikte herunterspielt, weil er die Auseinandersetzung scheut, läuft Gefahr, dass sich die innere angespannte Haltung auf den Körper niederschlägt. Lesen Sie dazu auch die Auswirkungen der Psyche auf den Körper.

Ein alltäglicher Konflikt unter Kollegen: Fenster auf oder zu?

Die einfachste Frage, wie man sich Konflikten nähert, ist die Frage nach dem „Warum“? Das folgende Beispiel unter Kollegen soll verdeutlichen, warum es wichtig ist, die Bedürfnisse des anderen zu erfragen, um im bestmöglichen Fall eine gemeinsame Lösung zu finden: Kollege A möchte das Fenster geöffnet haben, weil er frische Luft braucht. Kollege B möchte dagegen das Fenster geschlossen haben, weil er leicht friert und der durchwehende Luftzug Blätter auf dem Schreibtisch herumwirbelt. Wird das „Warum“ nicht kommuniziert, ist man schnell vom Gegenüber genervt und interpretiert in das eigentlich recht banale Problem Dinge hinein, die gar nicht da sind. Wie beispielsweise: „Kollege A oder B macht das nur, um mich zu ärgern“. Soweit sollte es gar nicht kommen, wenn man rechtzeitig darüber spricht, worum es eigentlich geht: Unterschiedliche Bedürfnisse. Eine Lösung kann sein, dass eine bestimmte Dauer zum Lüften, mit vorheriger Ankündigung, vereinbart wird, um loses Papier zu sichern. In den meisten Fällen lassen sich solcherlei Konflikte in einer ruhigen Atmosphäre besprechen. Ist das bei komplizierteren Konflikten nicht möglich, lohnt es sich, einen außenstehenden und möglichst unparteiischen Dritten zu Rate zu ziehen.