Die Wirkung von Verlusten: Rückenschmerzen und andere Symptome

Sei es das Ende einer langen Freundschaft, das Ableben eines treuen Haustiers oder der Tod eines geliebten Menschen: Verluste können sehr vielfältig sein und werden von unterschiedlichen Menschen unterschiedlich verarbeitet. Der seelische Schmerz kann so groß werden, dass er sich auf das körperliche Befinden niederschlägt. Es können Beschwerden entstehen, zum Beispiel Rückenschmerzen. Weitere psychosomatisch bedingte Symptome als Folge von Verlust und Trauer sind:

  • Schlafstörungen
  • Herzbeschwerden wie Herzklopfen oder Herzrasen
  • Übelkeit und Brechreiz
  • Appetitlosigkeit
  • Kreislaufbeschwerden wie Blutdruckschwankungen
Frau trauert im Sonnenuntergang um einen Verlust

Wie Trauer sich auf den Rücken auswirkt

Trauer und Schmerz eines Verlustes spiegeln sich oft auch in der Körperhaltung wieder. Man lässt die Schultern hängen, geht gebeugt – das alles führt zu Verspannungen der Rückenmuskulatur und damit auch zu Rückenschmerzen. Ebenso schädlich sind krampfhafte Bemühungen, die Haltung zu bewahren. Die Betroffenen möchten dabei oft Stärke zeigen und für andere Menschen da sein. So löblich diese Motive auch sein mögen, dem eigenen Wohlbefinden dienen sie nicht. Die innere Anspannung überträgt sich auf den Körper und führt zu schmerzhaften Muskelverkrampfungen. Diese Verspannungen betreffen oft den Rücken und werden durch eine starre Körperhaltung noch verstärkt.

Bewegungsmangel als Auslöser von Rückenschmerzen

Viele Personen neigen bei einem persönlichen Verlust dazu, sich zurückzuziehen und im Extremfall ihre Wohnung kaum noch zu verlassen. Sie fühlen sich wie gelähmt vor Trauer, können sich zu nichts mehr motivieren und verlieren die Lust an Aktivitäten mit Freunden. Oft sitzen oder liegen sie stundenlang auf dem Sofa, was den Rücken zusätzlich belastet. Durch den Bewegungsmangel können sich Muskelgruppen im Rücken verkürzen oder überdehnen, die Bandscheiben werden belastet. Zusammen mit dem Bewegungsmangel kann dieses Verhalten Rückenschmerzen und -verspannungen verursachen.

Behandlung von Rückenschmerzen bei einem Verlust

Leidet man unter trauerbedingten Rückenschmerzen wegen eines Verlustes, ist neben einer guten medizinischen Betreuung auch die seelische Aufarbeitung wichtig. Werden nur die körperlichen Symptome behandelt, treten die Rückenschmerzen früher oder später wieder auf. Erst wenn der eigentliche Auslöser – in dem Fall die Trauer aufgrund des Verlustes – behandelt wird, kann man auch auf eine Besserung der psychosomatischen Rückenschmerzen hoffen. Doch wie geht man mit der unverarbeiteten Trauer um? Kleine Schritte können helfen, den Verlust zu verarbeiten und sich wieder den glücklichen Momenten zuzuwenden:

  1.  Stellen Sie sich Ihrem Verlust. Nichts lässt sich dauerhaft verdrängen und die unterdrückten Gefühle kommen irgendwann wieder an die Oberfläche.
  2. Geben Sie sich Zeit, um Ihren Verlust zu betrauern. Lassen Sie dabei Ihren Schmerz heraus, durch Toben, Schreien oder stilles Weinen. Dabei gibt es kein richtig oder falsch.
  3. Verwahren Sie Ihre Erinnerungsstücke wie einen Schatz, zum Beispiel in einer Box. Niemand kann Ihnen Ihre schönen Erinnerungen nehmen. Doch lassen Sie die Stücke nicht offen liegen, das erinnert Sie nur häufiger an Ihren Verlust.
  4. Suchen Sie sich ein Hobby zur Ablenkung. Etwas, das Ihnen Spaß macht und Ihre Aufmerksamkeit erfordert. Pausen sind wichtig beim Trauern und lenken den Blick auf andere Lebensbereiche.
  5. Verbringen Sie bewusst Zeit mit Ihren Freunden. Sie helfen Ihnen dabei, Ihr soziales Leben wieder aufzunehmen und können Ihnen buchstäblich den Rücken stärken. Gute Laune ist zudem ansteckend und kann Ihre Stimmung merklich heben.
  6. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Sie wieder glücklich sind. Es gibt keine Vorgabe, wie lange eine Trauer anhalten muss. Wenn Sie glücklich sind, können Sie dennoch die Erinnerung an das Verlorene in Ehren halten.

 

Ebenso kann eine ärztliche Betreuung bei einem Verlust helfen. Ihr Hausarzt ist ein guter Ansprechpartner, wenn es darum geht, eine ideale Behandlung zu finden. Bei allem gilt jedoch: Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen. Jeder Mensch trauert unterschiedlich lang.