Arten von Stress: der feine Unterschied zwischen positivem und negativem Stress

Stress ist nicht gleich Stress. Es wird zwischen zwei Arten von Stress unterschieden. Der Mediziner Hans Seyle (1988) teilte Stress einst in Eustress (positiver Stress) und Disstress (negativer Stress) ein. Mehr über die beiden Stressarten und was sie für Auswirkungen auf den Körper haben, erklären wir hier.

Frau leidet unter häufigen Arten von Stress

Stress - die Würze des Lebens

Hans Seyle sagte selbst zum Thema Stress: „Stress ist die Würze des Lebens“. Schließlich wäre ein Leben ohne Stress undenkbar: zum einen wäre es fad und langweilig und zum anderen ist die Reaktion lebenswichtig (Flucht vor Gefahren). Doch wie bei Salz oder ähnlichen Gewürzen bewirkt ein Zuviel das Gegenteil. Die Suppe oder das Leben würde sprichwörtlich „versalzen“.

Arten von Stress – Eustress: positiv und inspirierend

Die Vorsilbe „Eu“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „gut“. Es bezeichnet den angenehmen Stress, der zusätzliche Kräfte in einem weckt. Man fühlt sich der bevorstehenden Herausforderung gewachsen und kann mehr leisten. Unwichtige Dinge um sich herum werden ausgeblendet, um sich nur der einen relevanten Sache oder Aufgabe zu widmen. Eustress ist auch ein Motor für Kreativität und setzt ungeahnte Fähigkeiten frei. Die positive Art von Stress steht auch für:

  • Motivation
  • Leistungsfähigkeit
  • Kreativität
  • Schaffenskraft
  • Aufmerksamkeit

Arten von Stress – Disstress: negativ und bedrohlich

„Dis“ ist eine lateinische Vorsilbe und steht für „schlecht“. Disstress bezeichnet negativen oder schlechten Stress, der zur Abnahme der Leistungsfähigkeit führt. Der Körper ist angespannt und man selbst weniger aufmerksam. Diese Art von Stress wird als belastend und blockierend empfunden und entsteht immer dann, wenn die Kluft zwischen den alltäglichen Anforderungen (in Freizeit, Familie, Beruf) und den eigenen Handlungsmöglichkeiten zu groß wird. Mit zunehmender Dauer wird Disstress unkontrollierbar und birgt ein Risiko für die Gesundheit. Sind Sie permanent überfordert oder überlastet und hetzen von einem Stress in den nächsten – ohne Pause – können diese Arten von Stress den gesamten Körper belasten und krankmachen. Die negative Art steht auch für:

  • Belastung
  • Krafträuber
  • Verzweiflung
  • Ängste und Sorgen
  • Bedrohung

Wenn das Fass überläuft – zu viel Stress überfordert

Ob ein Stressauslöser als solcher angesehen wird und zu Stress führt, hängt vor allem von Ihrem eigenen Empfinden ab. Fühlen Sie sich der Aufgabe gewachsen und gehen mit einem guten Gefühl an die Sache heran, können Sie den Stress als Chance erleben und an der Herausforderung wachsen. Überfordert Sie die Aufgabe schon beim Gedanken daran oder sehen Sie diese als Gefahr, wird der folgende Stress eher negativ sein. Stress ist also dann negativ, wenn:

  • Er dauerhaft besteht oder zu viele Stressoren auf einmal vorhanden sind,
  • Er nicht angemessen abgebaut wird (Sport, Entspannungsübungen)
  • Das eigene Empfinden überwiegt, der Situation und dem Druck nicht gewachsen zu sein

Empfinden Sie negativen Stress, sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe etwas ändern. Am besten ist es, negative Arten von Stress zu vermeiden. Da das nicht immer möglich ist, können Sie die Einstellung zum Stressauslöser ändern (hier lesen: Was tun bei Stress) oder Strategien zum Stressabbau erlernen.