Freizeitstress – wenn die freie Zeit komplett verplant ist

Wer kennt das nicht: Nach der Arbeit noch schnell Einkaufen, für die Familie ein leckeres Abendessen zubereiten, dann zum Sport und seine Freunde wollte man eigentlich auch treffen. Statt es sich gemütlich auf der Couch bequem zu machen, hetzt man von einem Termin zum nächsten. Da ist es auch nicht hilfreich, dass das Angebot an Freizeit-Aktivitäten in den letzten Jahrzehnten immer mehr zugenommen hat. Ob kulturell oder sportlich, ein Event jagt das andere. Und wer Angst hat etwas zu verpassen, wird feststellen, dass 24 Stunden am Tag zu wenig sind.

Frau leidet unter Freizeitstress

Den „Kick“ in der Freizeit suchen

Mit dem Rückgang der körperlichen Tätigkeit am Arbeitsplatz wurde das Bedürfnis gefördert, sich in seiner freien Zeit den „Kick“ zu holen, sprich sich körperlich anzustrengen und seine Grenzen auszutesten. Die Fülle an Möglichkeiten, seine Zeit zu verbringen, ist dabei enorm. Sportliche Aktivitäten wie Inlineskaten, Bergsteigen, Skifahren, Klettern, Schwimmen, oder der abendliche Tanzkurs, wollen koordiniert werden. Bei der Zeiteinteilung fällt es schwer, alles unter einen Hut zu bekommen – Freizeitstress bricht aus: Manch einem passiert es dann, dass er zu viele Events plant und in Gedanken schon beim Nächsten ist, wodurch er das aktuelle Geschehen gar nicht mehr richtig genießen kann. Dabei steht der Körper unter Anspannung und schüttet die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin aus. Was früher ein notwendiger Mechanismus war, um bei Gefahren schneller zu reagieren, führt heute zu einer dauerhaften Alarmbereitschaft, da der Körper keine Möglichkeit hat, den inneren Druck abzubauen. Die Folgen des Freizeitstresses sind unter anderem Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Verspannungen, Magenschmerzen oder auch Schlaflosigkeit.

Schon die Kleinsten leiden unter Termindruck

Am Montag zur Klavierstunde, am Dienstag zum Fußball und Donnerstag geht’s zur Nachhilfe. Nicht nur Erwachsene haben Stress in ihrer freien Zeit, auch immer mehr Kinder leiden unter einem vollen Terminkalender. Vonseiten der Eltern geschieht dies wohl eher unbewusst, wollen sie für ihre Kinder doch eigentlich nur das Beste. Dass aber freie Zeit vor allem frei verfügbar sein sollte, übersieht der ein oder andere dabei. Zwar ist Förderung gut, aber bitte nur in Maßen. Begabung braucht Zeit zum Reifen und manchmal ist ein wenig Langeweile auch hilfreich, regt sie doch zu eigenen Ideen an und fördert Kreativität.

Was tun, um Freizeitstress zu vermeiden?

Ein allgemeines Heilmittel gegen Stress gibt es leider nicht. Jedoch ist es hilfreich, seinen Terminkalender nicht bis zum Bersten zu füllen und stattdessen auch einmal Zeit für Nichtstun „einzuplanen“. Der Körper braucht Phasen, in denen er sich erholen kann. Dabei müssen Sie sich nicht unbedingt auf die Couch legen und nichts tun. Wer es gern etwas aktiver mag, der sollte sich beim Sport ordentlich auspowern oder einen langen Spaziergang machen. Schon 5.000 Schritte am Tag reichen, um das eigene Wohlbefinden zu steigern. Ansonsten ist bereits das Lesen eines Buches oder das bewusste Genießen einer heißen Tasse Tee hilfreich gegen Freizeitstress. Aber auch Kochen, Backen oder das Schneiden der Zutaten haben eine beruhigende Wirkung – und am Ende wartet auch noch ein leckeres Menü auf Sie, das Sie entspannt genießen dürfen. Sie sind dauerhaft gestresst und wollen etwas daran ändern? Erfahren Sie mehr über mögliche Strategien gegen Stress.