Stress in der Familie – wenn die Familie zum Stressfaktor wird

Stress umfasst alles, was den Menschen unter Druck setzt – das können äußere Einflüsse sein, aber auch Gedanken und Gefühle, die Angst machen oder scheinbar zu schnellem Handeln zwingen. Auf die Gesundheit hat das meist eher unschöne Auswirkungen – besonders wenn die Ursachen dauerhaft bestehen bleiben: Hoher Blutdruck, Verdauungsprobleme, heftige Rückenschmerzen. Die Liste der Folgen ist lang. Und die Auslöser begegnen uns keineswegs nur am Arbeitsplatz. Auch in der Familie kann es ganz schön stressig werden. Den Sohn noch schnell zum Fußball-Training bringen, die Lebensmittel-Einkäufe für die nächste Woche erledigen, Wäsche waschen und Putzen steht auch noch auf dem Programm. Wer selbst Familie hat, dem muss man es nicht erklären: Die eigene Familie bringt nicht nur Entspannung und Rückzugsmöglichkeiten, sie kann auch ganz schön Stress erzeugen. Die Auslöser sind scheinbar endlos. Termine müssen koordiniert und Absprachen getroffen werden, Streit, Spannungen und auch die Sorge um die einzelnen Familienmitglieder fordern ihren Tribut – und ganz nebenbei heißt es, die Familie mit dem Beruf unter einen Hut zu bringen.

Stress in der Familie

Wo liegen die Gründe für Stress in der Familie?

Beschränkt auf die Familie gibt es zwei Gruppen von „Stress-Verursachern“: Die Kinder und den Partner. Während die Belastung, die von den Kindern ausgeht, in den meisten Fällen vom Partner mitgetragen wird – zum Beispiel durch den Austausch untereinander oder die gegenseitige Unterstützung –, tragen Betroffene die Spannungen mit dem Partner meist allein. Auf diese Schwierigkeiten nimmt der Alltag allerdings keine Rücksicht, das tägliche Leben läuft weiter. Da fehlt irgendwann einfach die Zeit, selbst wieder zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu tanken.

Was tun in stressigen Zeiten?

Bei Stress in der Familie sind der gemeinsame Austausch und die Kommunikation aller Familienmitglieder sehr wichtig. Nur wer Bescheid weiß, kann Rücksicht nehmen und vielleicht einen Teil der Last abnehmen. Um diesen Austausch zu erreichen, müssen Sie zuerst einmal alle an einen Tisch bringen – eine ganz schöne Herausforderung! Am besten setzt sich das durch, wenn eine gewisse Regelmäßigkeit besteht. Sprich: Wenn sich die ganze Familie wöchentlich und möglichst zur selben Zeit am selben Ort trifft. Dann hat jeder die Gelegenheit, über Sorgen und Probleme zu sprechen. Absprachen werden getroffen. Stressfaktoren werden aus dem Weg geräumt. Ganz wichtig dabei: TV und Smartphone bleiben aus – sonst lassen sich alle viel zu leicht ablenken. Was Sie sonst noch tun können, hilfreiche Tipps:

  • Verteilen Sie die Aufgaben im Haushalt
  • Absprachen müssen von allen Familienmitgliedern eingehalten werden
  • Schaffen Sie auch mal Zeit für sich – und halten Sie diese ein
  • To-Do-Listen sind hilfreich, um nichts zu vergessen
  • Nehmen Sie Hilfe in Anspruch, wenn Sie sie brauchen
  • Perfektionismus hat im familiären Umfeld nichts verloren, es muss nicht alles glänzend sauber sein
  • Einfach mal abschalten: Unternehmen Sie etwas gemeinsam als Familie, zum Beispiel ein Picknick
  • Genauso wichtig wie die Zeit für sich selbst: Planen Sie auch Zeit zu zweit ein