Auswirkungen von Stress: Wie reagiert der Körper?

Stress hat seit jeher die Aufgabe, vor möglichen Gefahren zu schützen. Das komplexe Reaktionsmuster war einst sinnvoll, um angemessen auf Bedrohungen zu reagieren. Die körperliche Reaktion auf Stress stellt schnell Energiereserven zur Verfügung. Der Urmensch konnte somit erfolgreich flüchten oder selbst geschickt jagen. Auch heute laufen noch die gleichen körperlichen Reaktionen ab, mit dem einzigen Unterschied, dass die Stressauslöser andere als damals sind. Und: der Stress wird nicht immer ausreichend durch körperliche Aktivität abgebaut. Was hat dieser permanente Stress für Auswirkungen auf den Körper?

Frau kämpft mit den Auswirkungen von Stress auf ihren Körper

Stress und körperliche Folgen

Dauern die Stressauslöser nur kurz an (Beispiel Prüfungssituationen) kann sich der Stress wieder schnell abbauen und der Körper hat genügend Zeit, sich zu regenerieren. Ein gewisser Stress ist vor einer Prüfung sogar nützlich, weil man konzentrierter und leistungsstärker ist.

Körperliche Sofortreaktionen bei Stress:

  • Herzschlag wird beschleunigt, um mehr Sauerstoff zu transportieren
  • Atemrhythmus verkürzt sich, damit mehr Sauerstoff und somit mehr Energie zur Verfügung stehen
  • Zucker und Fettreserven werden aktiviert zur Energiegewinnung
  • Muskelaktivität wird erhöht
  • Schweißdrüsen werden aktiviert, um den Köper zu kühlen

Dafür werden andere Körperfunktionen herabgesetzt, um Energie zu sparen. Der Verdauungsprozess ruht, die Haut wird schlechter versorgt und die Sexualorgane werden gehemmt. Die körperlichen Sofortreaktionen lassen nach, sobald der Stressauslöser wegfällt oder eine Situation nicht als Stress wahrgenommen wird. Hat der Körper ausreichend Zeit, sich zu erholen, stellt sich der Normalzustand recht schnell wieder ein.

Wie fühlt sich Stress an?

Neben den körperlichen Reaktionen macht sich Stress durch eine Reihe weiterer Symptome bemerkbar. Folgende Verhaltensweisen und Empfindungen sind ein deutliches Anzeichen von Stress:

  • Gefühl der inneren Unruhe (Nervosität)
  • Gefühl der Unzufriedenheit und des Ärgers
  • Angst, zu versagen oder sich zu blamieren
  • Gefühle der Hilflosigkeit
  • Selbstvorwürfe
  • Kreisende, grüblerische Gedanken (kann zu verstärkten Körperreaktion führen, deutliches Herzklopfen wird bewusster wahrgenommen, die Angst kann zunehmen und das Grübeln verstärkt sich)
  • Leere im Kopf
  • Denkblockaden
  • Hastiges Verhalten (Pausen abkürzen, Essen runterschlingen)
  • Selbstschädigendes oder betäubendes Verhalten (vermehrter Alkoholgenuss, Rauchen, Medikamentenmissbrauch)
  • Unkoordiniertes Arbeitsverhalten (mangelnde Planung, Dinge verlegen oder vergessen)
  • Konfliktreicher Umgang (gereiztes Verhalten, aus der Haut fahren bei Kleinigkeiten)

Stress als Dauerzustand

Stress wird dann zum Dauerzustand, wenn beispielsweise ständige Sorgen und Ärger oder finanzielle Probleme zur täglichen Belastung werden. Wie reagiert der Körper darauf und was hat das für Auswirkungen? Bleibt Stress für längere Zeit bestehen, geht die verstärkte Muskelaktivität auch in eine dauerhafte Anspannung über. Die Muskeln sind immerzu angespannt. Daraus resultieren dauerhafte Verkrampfungen, die sich oft im Rücken bemerkbar machen. Vor allem im Bereich des Nackens und der Schultern entstehen häufig Schmerzen. Auch andere Bereiche des Körpers werden in Mitleidenschaft gezogen. Beispielsweise wird die Immunabwehr geschwächt, das Herz-Kreislauf-System belastet oder Verdauungsbeschwerden stellen sich ein. Schlaf- und Essstörungen können ebenso auftreten wie Nervosität und depressive Verstimmung. Lesen Sie mehr zur Behandlung von psychosomatischen Rückenschmerzen.