Warum Rückenschmerzen und wenn ja, wie viele?

Auch in der Freizeit bewegen sich viele Menschen kaum. Die Folgen sind oft Rückenschmerzen.
Rückenschmerzen durch Bewegungsmangel: Frau liegt auf der Couch

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. Laut einem Gesundheits-Report der Techniker Krankenkasse (TK) gingen über neun Prozent aller Fehlzeiten bei TK-versicherten Erwerbspersonen auf das Konto von Rücken- und Bandscheibenproblemen (2014). Doch was sind die häufigsten Ursachen von Rückenschmerzen und wie gehen Betroffene mit Schmerzen um?

Falsche Vorstellungen beim Umgang mit Rückenschmerzen

„Den Rücken immer schön gerade halten, bloß keine falsche Bewegung machen, bei Rückenschmerzen sollte man sich schonen“. Noch immer schwirren verschiedene Gerüchte über den Umgang mit Rückenschmerzen und deren Ursachen in den Köpfen herum. Die genannten Annahmen sind genauso falsch wie die übertriebene Angst vor einem Bandscheibenvorfall. Bagatellisieren sollte man ihn keinesfalls, aber in der Regel heilt er von selbst ohne Komplikationen aus. Eine Operation ist nur selten erforderlich. Rückenschmerzgeplagte sollten sich keinesfalls zu viel schonen. Statt Schonung ist möglichst vielfältige Bewegung angesagt. Jeder sollte dabei herausfinden, wo seine Belastungsgrenze liegt und diese so gut es geht stetig erhöhen.

Übeltäter: Bewegungsmangel und Stress

Eine der Hauptursachen von Rückenscherzen ist und bleibt Bewegungsmangel. Wer beispielsweise im Büro arbeitet, sitzt die meiste Zeit des Tages und nimmt zwangsläufig eine einseitige Haltung ein. Auch Stress, seelische Belastungen zu Hause oder am Arbeitsplatz sind Auslöser für Rückenschmerzen. Doch warum entstehen Schmerzen in Folge von Bewegungsmangel, einseitiger Haltung oder Stress? Hier spielen die Muskeln eine große Rolle bei der Schmerzentstehung. Eine Muskelgruppe verkürzt sich durch Bewegungsmangel oder falsche Haltung, eine andere Gegenspielende wird überdehnt. Seelische Belastungen führen oft zu muskulären Verspannungen im Rücken. All diese Vorgänge an den Muskeln bleiben den umliegenden Nerven nicht verborgen. Sie sind gereizt und leiten die Störung an das Gehirn weiter. Rückenschmerzen unterschiedlichster Form und Intensität sind die Folge.

Genaue Ursache bleibt häufig unerkannt

In 85 Prozent der Fälle werden keine Ursachen für den Rückenschmerz gefunden. Das heißt, dass keine körperlichen Veränderungen an der Wirbelsäule oder an ihren Strukturen festzustellen ist. Und: Nicht immer sagt die Intensität der Rückenschmerzen etwas über die tatsächliche Ursache aus. Auch starke Rückenschmerzen sind kein Hinweis dafür, dass ein Schaden an der Wirbelsäule vorliegt. Es kommt vor, dass ein Bandscheibenvorfall unbemerkt verläuft und nur zufällig bei einer Untersuchung festgestellt wird. Auf der anderen Seite können Schmerzen, die durch Muskelverspannungen entstehen, mit zunehmender Dauer als unerträglich empfunden werden.

Spezifische versus unspezifische Rückenschmerzen

Spezifische Rückenschmerzen liegen dann vor, wenn es dafür einen körperlichen Auslöser gibt. Dazu zählen:

  • Abnutzungserscheinungen oder Verletzungen der Wirbelsäule
  • Krankheitsbilder: z.B. Bechterew-Krankheit, Osteoporose, Skoliose
  • Wirbelkanalverengung

Unspezifische Rückenschmerzen lassen keine klare Ursache erkennen. Sie sind nicht auf eine krankhaft körperliche Veränderung zurückzuführen und entstehen in Folge psychischer Belastung. Diese entsteht unter anderem durch:

  • Stress auf der Arbeit oder im persönlichen Umfeld
  • Niedergeschlagenheit
  • Krankheitsverarbeitung
  • Depression
  • Trauer

Unspezifische Rückenschmerzen können nur symptomatisch behandelt werden. Dabei wird auf die Schmerzlinderung, den Muskelaufbau, die Verbesserung der Beweglichkeit und psychische Stabilität abgezielt.

Lieber vorbeugen statt behandeln

Besser als Rückenschmerzen zu therapieren, ist die Vorbeugung. Dazu ist viel Bewegung ideal. Das gilt nicht nur für berufliche Vielsitzer. Auch Berufsgruppen mit einer stark körperlichen Arbeit sind ebenso gefordert. Einseitige Belastungen, wenig Bewegung, und Fehlhaltungen sind gleichermaßen Gift für den Rücken. Durch einen Mix aus Ausdauer- und Krafttraining wird die Muskulatur gestärkt und für den nötigen Ausgleich gesorgt.