Behandlung von psychosomatischen Rückenschmerzen – Körper und Seele im Gleichgewicht

Während bei spezifischen Rückenschmerzen die körperliche Ursache der Schmerzen behandelt wird, hilft bei unspezifischen, also auch psychosomatischen Rückenschmerzen, ein ganzheitlicher Ansatz - die multimodale Behandlung. Was ist darunter zu verstehen? Nur die Einnahme von Schmerzmitteln oder die Gabe von Spritzen reicht nicht aus, um psychosomatische Rückenschmerzen langfristig loszuwerden. Körperliches Training, Methoden zum Stressabbau und eine psychologische Betreuung sollten ergänzend in das Behandlungsprogramm aufgenommen werden. Bei der multimodalen Therapie ist das möglich. Hier werden Rückenschmerzpatienten individuell von einem Team aus Ärzten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Psychologen betreut. Die Behandlung von psychosomatischen Rückenschmerzen erfordert bestenfalls das Zusammenspiel mehrerer Disziplinen, um die Schmerzen dauerhaft zu lindern.

Der seelischen Ursache auf den Grund gehen

Damit die Behandlung zum Erfolg führt, ist es wichtig, dass der Patient den Zusammenhang zwischen Schmerz, der Psyche und seinen Lebensumständen versteht. Bei schwerwiegenden Belastungen können aktuelle oder vergangene Konflikte gemeinsam mit einem Psychotherapeuten aufgearbeitet werden. Außerdem lernt der Patient mehr über seine individuellen Schmerzauslöser (beispielsweise Stress führt zu Verspannungen) und wie er diesen in Zukunft begegnet. Die Gespräche sollen motivieren und dem Patienten dabei helfen, selbst aktiv zu werden. Um den Rücken zu stärken und Stress abzubauen, sind Kieser Training, Pilates und Yoga nur einige Beispiele.

Frau bei Behandlung von psychosomatischen Rückenschmerzen

Mit Ablenkung auf andere Gedanken kommen

Betroffene, die schon längere Zeit an Rückenschmerzen leiden, verhalten sich eher passiv und ängstlich. Sie versuchen, Aktivitäten zu vermeiden, die den Rückenschmerz verschlimmern könnten. Das hat zur Folge, dass sich Rückenschmerzgeplagte oft aus dem Alltagsgeschehen zurückziehen, ihre Hobbys vernachlässigen oder Kontakte zu Freunden und Bekannten meiden. Oft wird sich fälschlicherweise geschont, damit nicht noch mehr Schmerzen entstehen. Wichtig ist es, dieses Verhalten rechtzeitig zu durchbrechen. Am besten werden Bekannte und Freunde eingeweiht. Ziel ist es, den Schmerzpatienten weniger zu bemitleiden, sondern ihn abzulenken. Denn wer abgelenkt ist, konzentriert sich weniger auf die Beschwerden.

A und O der Rückenschmerzbehandlung: Bewegung statt Schonung

Wie bei jedem anderen Rückenschmerz auch, gilt bei psychosomatischen Rückenschmerzen, dass man trotz der Schmerzen und den daraus resultierenden körperlichen Einschränkungen in Bewegung bleibt. Bewegung trainiert die Muskeln und kann langfristig zur Verbesserung der Beschwerden führen. Die Gefahr bei psychosomatischen Rückenschmerzen ist, dass die Schmerzen chronisch werden, also länger als zwölf Wochen andauern. Je länger die Rückenschmerzen bestehen bleiben, desto schwieriger wird eine effektive Behandlung. Ein zentraler Teil der Behandlung von psychosomatischen Rückenschmerzen ist daher die Bewegungs- und Sporttherapie, bei der die Steigerung der körperlichen Aktivität im Vordergrund steht. Zusätzlich erleichtert die Ergotherapie dem Betroffenen bestimmte Bewegungsabläufe. Hierbei werden normale Arbeiten des Alltags nachgestellt und Strategien sowie Bewegungstechniken erlernt, um körperlich anstrengende Situationen zu meistern.