Welcher Beruf schädigt den Rücken?

Menschen, die im Beruf schwer heben müssen, leiden oftmals unter Rückenschmerzen.
Paketarbeiter hält sich den schmerzenden Rücken

Dauerhafte Belastungen am Arbeitsplatz können zu Rückenproblemen führen, müssen dies aber nicht zwangsläufig. Welche Bewegungen in welchem Ausmaß von den Muskeln und Gelenken vertragen wird, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Allgemein verträgt ein gut trainierter Körper höhere Belastungen besser als ein untrainierter. Starke Muskeln, Gelenke und Bänder bieten den besten Schutz vor Rückenbeschwerden – in jedem Beruf. Entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil scheint eine überwiegend sitzende Tätigkeit kein nennenswertes Risiko für Rückenschmerzen zu beinhalten. Vorausgesetzt man achtet auf beispielsweise dynamisches Sitzen, führt Haltungsübungen aus, richtet seinen Arbeitsplatz rückenschonend ein (Einrichtung des Arbeitsplatzes) und wechselt häufig die Haltung. Körperlich anstrengende Berufe haben somit ein höheres Risiko den Rücken zu belasten und Rückenschmerzen hervorzurufen. Folgende Arbeitsbedingungen können zu Rückenschmerzen führen.

 

Welche Tätigkeiten sind für den Rücken und die Gelenke belastend?

  • Tragen und Heben schwerer Lasten: Heben, Halten, Tragen, aber auch das Bewegen, wie Schieben und Ziehen selbiger, wird darunter verstanden. Berufsgruppen: beispielsweise Müllabfuhr, Arbeiten im Baugewerbe, Umzugsdienste, Paketdienste
  • Arbeiten in ungünstiger Körperhaltung (Zwangshaltung): Belastungen für Rücken und Gelenke durch Druck, extreme Gelenkwinkelstellungen und das über längere Zeit.; Berufsgruppen: beispielsweise Maurer, Bodenleger, Estrichleger, Pflasterer, Installateure, Maler, Putzer, Automobilmontagetätigkeit, Uhrmacher, Qualitätskontrolle, Friseure, Arbeiten im Operationssaal
  • Arbeiten mit erhöhter Kraftanstrengung oder Krafteinwirkung: Steigen und Klettern, um den Arbeitsort zu erreichen.  Berufsgruppen: beispielsweise Kranfahrer, Mitarbeiter von Windenergieanlagen, Baumschnitt
  • Sich ständig wiederholende Arbeiten: Gleiche, monotone Arbeitsabläufe, die immer wieder durchgeführt werden. Muskeln, Sehnen und Bänder werden überlastet.  Berufsgruppen: beispielsweise Fließbandarbeiter
  • Einwirkungen von Vibrationen auf den Körper: Ausgelöst durch Fahrzeuge oder Tätigkeiten mit handgeführten oder handgehaltenen Arbeitsmaschinen  Arbeitsgeräte: beispielsweise Abbruchhämmer, Stampfer, Bohrer, Fahren von Gabelstaplern, Erdbaumaschinen und Ladern
  • Arbeiten im Sitzen:Rückenschmerzen im Büroalltag entstehen vor allem durch zu langes und falsches Sitzen. Oft fehlt auch die ausgleichende Bewegung im Alltag, um den Rücken zu entlasten. Berufsgruppen: beispielsweise Büroangestellte, Kassierer
Bürojobs finden vorwiegend im Sitzen statt. Auch in der Freizeit können viele den Bewegungsmangel nicht ausgleichen und leider daher an Rückenschmerzen.
Mann mit Bürojob streckt sich wegen Rückenschmerzen


Welche Tätigkeiten lösen Beschwerden aus?

 

Wer viel trägt und schleppt beansprucht Rückenmuskulatur, Bandscheiben und Wirbelkörper. Beim Heben liegt das meiste Gewicht auf der Lendenwirbelsäule. Häufig sind Verspannungen die Folge und die Beweglichkeit ist eingeschränkt. Die Muskulatur ist überstrapaziert und anfälliger für Verletzungen. Beim Stolpern, Rutschen oder Stürzen ist das Unfallrisiko erhöht. Zudem kann der altersbedingte Verschleiß der Wirbelsäule beschleunigt werden. Arbeiten in gebeugter Körperhaltung ist belastend für den unteren Rücken, die Hüfte und die Oberschenkel. Es kommt zu Muskelschmerzen und Verspannungen. Arbeiten, die in den Knien oder der Hocke ausgeführt werden, schädigen zudem die Kniegelenke. Hier kommt es zu Arthrosen, Meniskuserkrankungen oder Schleimbeutelentzündungen. Dauerhaftes Arbeiten mit angehobenen Armen kann zu schmerzhaften Verspannungen der Nacken- sowie Schultermuskulatur führen. Diese Schmerzen können sich unter Umständen bis zum Lendenbereich ausdehnen. Arbeiten mit Werkzeugen erfordern viel Kraft in Armen und Händen. Anstrengende Berufe sind auch die, die mit Hämmern, Drehen, Bohren, Stemmen zu tun haben. Diese können Schäden des Handskeletts hervorrufen. Schmerzen entstehen vor allem im Arm-Schulter Bereich. Auch monotone Arbeiten mit den Armen und Händen führen zu überstrapazierten Muskeln und Sehnen. Durchblutungsstörungen oder Schädigungen der Nerven sind möglich (beispielsweise Karpaltunnel-Syndrom). Durch ausreichend Entlastung und Erholung können sich die Beschwerden zurückbilden. Auch eine Anpassung und gezieltes Krafttraining können Rückenschmerzen beheben. Ebenso sollte überprüft werden, ob bessere Arbeitsmittel zur Verfügung stehen, die die Arbeit erleichtern oder entlasten.

 

 

Putzfrau hält sich den schmerzenden Rücken

Rückenschmerzen durch persönliche Einstellung am Arbeitsplatz

 

Nicht nur die gelenkbelastende Tätigkeit als solche, auch die Bedingungen am Arbeitsplatz sind ein Risikofaktor für Rückenschmerzen. Wer unzufrieden mit seiner Arbeit, Bezahlung, keiner, fehlender oder nicht ausreichender Anerkennung ist, über- oder unterfordert ist, oder mit sozialen Konflikten zu tun hat, kann unter Rückenschmerzen leiden (siehe Psyche und Rückenschmerzen).

Bürojob und Rückenschmerzen? Hier geht es zu den Tipps gegen Rückenschmerzen im Büro.