Muskelverspannung nicht verharmlosen

Schmerzen, die von Muskelverspannungen im Nacken herrühren, können in andere Körperteile ausstrahlen.
Frau hält sich den Nacken aufgrund einer Muskelverspannung.

Ein langer Tag am PC oder im Auto geht vorüber, der Nacken schmerzt, die Muskeln fühlen sich verhärtet an und Kopfschmerzen breiten sich aus. Viele kennen diese oder eine ähnliche Situation, die immer dann auftritt, wenn sich die Muskeln im Rücken verkrampfen. Doch warum verspannen sich Muskeln und was passiert, wenn daraus ein Dauerzustand wird?

 

Muskelverspannung Ursachen

Muskelverspannung (Myogelosen) werden durch eine dauerhafte Anspannung von Muskeln oder Muskelgruppen hervorgerufen. Die Folge: Die Muskulatur wird nicht mehr so gut durchblutet, sie verhärtet sich und beginnt zu schmerzen. Gründe gibt es dafür viele. Hier sind exemplarisch einige aufgelistet:

  • Einseitige Belastung durch monotone Körperhaltung (lange in einer Körperhaltung verbleiben)
  • Ungewohnte Bewegungen
  • Zugluft
  • Psychische Belastungen
  • Muskuläre Dysbalancen = Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Muskelgruppen

Wie fühlen sich Muskelverspannungen und Verspannungen im Rücken an?

Die Schmerzen, die durch eine verspannte Rückenmuskulatur entstehen, fühlen sich meist dumpf und tiefsitzend an. Die Schmerzstärke ist von der Bewegung abhängig und schränkt diese oftmals ein. Sind Schultern und der Nackenbereich betroffen, können die Schmerzen vom Rücken in die Arme ausstrahlen. Auch Kopfschmerzen sind möglich. Im unteren Rückenbereich bleiben Muskelverspannungen manchmal unbemerkt. Kommt es zu einem Hexenschuss, machen sich Verspannungen durch starke Schmerzen bemerkbar.

Risiko lang anhaltender Muskelverspannung

Lösen sich die Verspannungen nicht, dauern länger an und werden die Schmerzen stärker, führt dies schließlich zu einer Verspannung weiterer Muskeln. Eine unwillkürliche Fehl- bzw. Schonhaltung ist die Folge. Diese Fehlhaltung löst weitere Verspannungen aus, die zu Nervenreizungen führen können. Es kommt zu einem Teufelskreis aus Muskelanspannung, Nervenreizung und Schmerz, der unbedingt unterbrochen werden muss. Denn: Wer lange Zeit an Verspannungen leidet, läuft Gefahr, dass sich daraus ein Schmerzgedächtnis und chronische Rückenschmerzen entwickeln.

Schmerzgedächtnis: Wenn der Schmerz Spuren im Gehirn hinterlässt

Überall im Körper befinden sich Schmerzrezeptoren, die bestimmte Reize wahrnehmen und über die Nerven an das Gehirn weiterleiten. Der Schmerz, der beispielsweise von einem gereizten Nerv an der Bandscheibe ausgeht, wird erst wahrgenommen, wenn die Information dafür im Gehirn angekommen ist und von den Nervenzellen verarbeitet wird. Schmerzen entstehen also im Kopf. Da Schmerzen etwas Bedrohliches sind, werden sie bevorzugt im Gehirn gespeichert. Das Problem dabei ist, je länger Schmerzen anhalten, desto sensibler reagiert das Nervensystem. Immer mehr Nervenzellen beginnen damit, dasselbe Schmerzsignal im Gehirn zu verarbeiten. Das heißt, die Schmerzen werden stärker, obwohl sich an der Ursache nichts geändert hat. 

Eine Schmerztherapie ist dafür da, den Schmerz wieder in den Griff zu bekommen. Erfahren Sie hier mehr!