Schleudertrauma – nicht mehr als eine Zerrung der Muskulatur?

Ein Schleudertrauma wurde lange Zeit mit einer Halskrause in Verbindung gebracht. Heute gibt es andere Methoden zur Behandlung.
Frau trägt wegen eines Schleudertraumas eine Halskrause

Schleudertrauma, Peitschenschlag-Verletzung, Halswirbelsäulen-Distorsion, viele Beschreibungen für eine Situation, die nach einem Sport- (vor allem Kampfsport) oder Autounfall (meist Auffahrunfall) in Erscheinung treten kann. Durch eine ruckartige Vorwärts- und Rückwärtsbewegung des Kopfes werden die Bänder, Sehnen und Muskeln im Nacken gewaltsam gedehnt: Mediziner sprechen auch von einer Dehnung der Weichteilstrukturen. Die Folgen sind unter anderem Schwellungen im Nackenbereich, Kopfschmerzen, Nackensteifheit und Schwindel. Gewöhnlich klingen die Beschwerden nach einigen Tagen bis spätestens nach einigen Wochen ab. Voraussetzung dafür ist der richtige Umgang mit dem Schleudertrauma, sonst besteht die Gefahr, dass sich die Schmerzen verselbstständigen und chronisch werden.

 

 

Symptome eines Schleudertraumas zeigen sich sofort oder einige Stunden nach dem Unfall

In Folge eines Unfalles können sofort oder erst eine gewisse Zeit später Symptome eines Schleudertraumas auftreten. Bei etwa zwei Dritteln aller Fälle treten Beschwerden erst nach einigen Stunden auf (Latenzzeit). Bei dem übrigen Drittel machen sich bestimmte Symptome sofort nach dem Unfall bemerkbar. Häufig kommt es bei Betroffenen zu erheblichen Nacken- und Hinterkopfschmerzen. Diese können mit dem Gefühl einer Kraftlosigkeit und der Bewegungsunfähigkeit des Kopfes einhergehen. Die Schmerzen können in die Schultern und sogar in die Arme ausstrahlen. Außerdem schwillt die Halsmuskulatur an und ist beim Betasten schmerzempfindlich.

Therapie und Dauer bei einem Schleudertrauma: Früher und heute

Früher wurde die Halswirbelsäule bei einem Schleudertrauma meist mit einer sogenannten "Schanzkrawatte", besser bekannt als "Halskrause", ruhiggestellt. Doch Studien haben ergeben, dass diese Halskrause eher schadet als nützt, denn Muskeln, die nicht benutzt werden, verhärten schon nach kurzer Zeit. Sie werden unbeweglich und lösen neue Schmerzen aus, die mit zunehmender Dauer an Stärke zunehmen können. Der Aufbau der Muskeln im Anschluss daran ist ein langwieriger Prozess. Heute wird ein Schleudertrauma mit gezielter Physiotherapie und Haltungsübungen behandelt. Der Hals kann vom ersten Tag an zwar vorsichtig, aber möglichst viel bewegt werden. Um Kopf- und Nackenschmerzen zu lindern, kann ein Schmerzmittel eingenommen werden (beispielsweise Paracetamol). Gegen Schwellungen und Schmerzen helfen auch Kälteanwendungen. Dazu wird ein Cool-Pack (Achtung: Eis nie direkt auf die Haut kommen lassen, besser in ein Küchentuch wickeln) für fünf bis sieben Minuten auf den Nacken gelegt.

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